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Presse

21.10.2002 / Neue Westfälische

Wo bleibt die Menschenwürde?
Ausstellung über die Diakonie im Wandel der Zeit

VON ALEXANDRA STRATHMANN

Spenge. "Menschenwürde und Pflege im Wandel der Zeit" So heißt die Ausstellung, die am Samstag im Alten- und Pflegeheim St. Martinsstift an der Poststraße eröffnet wurde (wir berichteten mehrfach).

Viele Heimbewohner und Gäste von außerhalb trafen sich im Martinsstift. Fast alle konnten sich noch an das alte Pflegeheim erinnern, das 1980 abgerissen worden war. Heimleiter Wolfgang Dörscheln begrüßte die Gäste und die Ehrengäste, unter ihnen Bürgermeister Christian Manz als Vertreter des Fördervereins, Pastorin Elke Berg von der evangelischen Kirche, Pastor Klaus Köllerwirth von der Diakoniestiftung, Frau Doktor Muchow vom Gesundheitsamt des Kreises Herford und Ewald Pohl von der katholischen Kirche in Spenge. In seiner Begrüßung machte er deutlich, dass die Geschichte des Martinsstiftes viele Spenger Bürger angehe. Ganz besonders natürlich die, die im Martinsstift geboren wurden.

Nach zwei Jahren ist die Ausstellung fertig geworden und nun bis zum 31. Dezember zu sehen. "Ohne die finanziellen Mittel vom Förderverein wäre das Projekt nicht zu realisieren gewesen", sagte Wolfgang Dörscheln. Auch Bürgermeister Christian Manz freute sich über so eine Fülle von Informationen: "Die Menschen können sich hier über die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft des Martinsstiftes informieren." Für den Förderverein war es von Anfang an klar, dass er sich an der Ausstellung beteiligen würde, denn er fühlt sich nicht nur für die materielle Unterstützung zuständig.

Pastor Klaus Köllerwirth von der Diakoniestiftung freute sich, dass das Martinstift auch nach zehn Jahren noch über moderne Standards verfüge. "Nicht nur die Pflege und die ärztliche Versorgung, sondern auch die Menschenwürde muss im Vordergrund stehen", so Köllerwirth. "Das Martinsstift ist ein Ort, an dem jung und alt zusammen kommen."

Alle vier Ausstellungsmacher hielten schließlich einen Vortrag zu ihrem Thema. Wolfgang Dörscheln behandelte die "Sieben Werke der Barmherzigkeit". Er beleuchtete Geschichte und Aufgaben der Diakonie. Landeskirchenarchivar Wolfgang Günther sprach über die politischen Aspekte der Erweckungsbewegung. Mit ihr wurden neue Maßstäbe im diakonischen Handeln gesetzt.

"Ich würde den Diakonissen von damals einen Stadtpreis verleihen", sagte Frigga Tiletschke, die in ihrem Vortrag vom Alltag der Diakonissen berichtete, die unter sehr schweren Bedingungen ihre Arbeit ableisteten.

Doch auch der finanzielle Hintergrund durfte nicht fehlen. Über den machte sich Hans- Martin Gräßlin Gedanken: "Was darf das alles kosten? Heute wird mehr Qualität für weniger Geld gefordert."

Abgerundet wurde die Ausstellungseröffnung mit einem Sketch, gespielt von Brigitte Ewald, Gisela Dörscheln und Frigga Tiletschke. Drei alte Damen unterhalten sich über Gott und die Welt, während sie auf das "Ahmbrot" warten. Die Unterhaltung stimmte die Zuhörer durchaus nachdenklich. Musikalisch wurde die Eröffnung von Dirk Finkemeyer und Timo Schaper begleitet. Sie spielten Lieder aus dem alten Gesangbuch der Diakonie.

Diese ungewöhnliche Ausstellung über Diakonie und Altenpflege wird später auch in Herford zu sehen sein.